Zahnfleischprobleme

aus ganzheitlicher und immunologischer Sicht

1. Die Rezession

Zahnfleischrückgang ohne Entzündung

  • Ursache
    Verletzungen des Zahnfleisches
    Putzfehler
    Fehlbelastungen, Knirschen etc.

  • Therapie
    keine, so lassen und beobachten
    evtl. Zahnfleisch verpflanzen

2. Die ” Schmutz” Gingivitis

Zahnfleischerkrankungen wegen schlechter Mundhygiene

  • Ursache
    unzureichende Mundhygiene
    keine regelmässige PZR

  • Therapie
    professionelle Zahnreinigung alle 3 - 4 Monate
    Mundhygiene verbessern

3. Die Parodontitis

Zahnfleischentzündung mit tieferen Taschen und Kieferknochenrückgang

  • Schulmedizinische Ursachen
    unzureichende Mundhygiene mit Entstehung von Konkrementen in den Taschen
    Keime/Bakterien

  • Schulmedizinische Therapie
    Parodontosebehandlung mit Entfernung der Konkremente
    Verbesserung der Mundhygiene
    evtl. Bestimmung der Keime und nachfolgend langdauernde Antibiotika Behandlung

Fazit:
Der Hauptunterschied zwischen der „Gingivitis“ und der „echten Parodontitis“ ist der Kieferknochenabbau.

Frage:
Aber woher weiß ich jetzt, ob bei mir bereits Knochenabbau statt findet?

Dafür gibt es seit dem Jahr 2011 einen einfachen Test: Der Periomarker aMMP-8 Schnelltest
Die körpereigene Kollagenase aMMP-8 tritt nur auf, wenn es zu entzündlichem Gewebeabbau kommt. Durch diesen neuen Test kann in nur 10 Minuten im Speichel bestimmt werden, ob bei Ihnen ein entzündlicher Kieferknochenabbau bereits begonnen hat.

Die Kosten für diesen Test sind mit ca. 40,- EUR sehr überschaubar.

Und die Bedeutung des Testergebnisses


Negatives Testergebnis

Entwarnung auf der ganzen Linie! Mit regelmäßigen professionellen Zahnreinigungen PZR (2 x Jahr) sind Sie weiterhin sehr gut aufgestellt!


Positives Testergebnis

Es wird ernst! Wir müssen tiefer in die Bedeutung der Entzündung und die Immunologie einsteigen.


Die Immunologie (Lehre vom Immunsystem):

Früher:
Die Immunologie befasst sich mit den biologischen und biochemischen Grundlagen unserer Immunabwehr gegenüber Krankheitserregern wie Bakterien und Pilzen sowie anderen körperfremden Stoffen (Quelle Wikipedia)
Fazit: Früher ging es immer nur um Infektionserkrankungen

Heute:
Die heutige Immunologie befasst sich immer mehr mit der Frage der chronischen Entzündungen und warum das Immunsystem die wachsende Zahl an Entzündungsvorgängen im Körper nicht bremsen kann. Chronisch entzündliche Erkrankungen wie Allergien, Diabetis, Rheuma, Magen- Darmerkrankungen, Arteriosklerose bedingte Herz – Kreislauf – Erkrankungen und die Parodontitis nehmen in den Industrienationen rapide zu. Diese Erkrankungen stellen – ohne jeden Zweifel – keine Infektionserkrankung dar. Sie sind nicht durch eine zu schwache Abwehr auf einen Erreger zu erklären. Im Gegenteil, es sind Erkrankungen, bei denen das Immunsystem nicht verhindern kann, dass körpereigene Strukturen angegriffen werden. Das Immunsystem verliert seine Fähigkeit zur Toleranz.

“Parodontitis ist ein multifaktorielles Geschehen. Eine lebenslange gute Mundhygiene kann Parodontitis lediglich verzögern aber nicht verhindern, denn die Ursachen liegen in einer erworbenen oder ererbten Schwäche des Oralen Immunsystems.”

(Prof. Schlangenhuf, 15. Kongress für präventive Zahnheilkunde, Dresden 2006)

Was ist immunologische Toleranz?

Die Entstehung einer Entzündung und der Verlauf wird durch Zytokine gesteuert. Das sind Botenstoffe, die zwischen den Immunzellen ausgetauscht werden. Die entscheidenden entzündungsfördernden Zytokine sind Interleukin 1(IL1) und TNF- . Der wichtigste Gegenspieler ist der „Rezeptorantagonist IL 1 RA“, der zeitversetzt ausgeschüttet wird und die Entzündung wieder abbremst.

Unser Immunsystem ist in der Lage auf eine Vielzahl von Reizen zu reagieren. Es reagiert bei Erregern wie Viren, Bakterien und Pilzen, aber auch bei Unverträglichkeiten auf Fremdmaterialien wie Zahnersatz, Füllungs- und Wurzelfüllmaterial. Bei jeder dieser Immunantworten kommt es auf das Zusammenspiel der Zytokine an.

Es gibt jetzt Menschen, die mit einer „überschießenden“ Entzündung reagieren.

Auf den gleichen Reiz reagiert jeder Mensch individuell stark. Mit welcher Intensität die Zytokine im Falle einer Entzündung freigesetzt werden ist genetisch festgelegt. Die Gene für diese Zytokine sind nicht für alle Menschen gleich. Einige Menschen tragen nun genetische Konstellationen, die zu einer überschießenden Entzündungsreaktion führen. Diese Menschen leiden dann auch eher an chronischen Entzündungen.


Kann man die individuelle Entzündungsneigung untersuchen lassen?

Ja, mit einem modernen Test kann man alle 4 Genvarianten bestimmen und eine individuelle Entzündungsneigung in 5 Gruppen (Grad 0 - 4) einteilen.

  • Grad 0 - normale (angepasste) Entzündungsreaktion
  • Grad 1 - deutlich erhöhte Entzündungsreaktion
  • Grad 2 - deutlich erhöhte
  • Grad 3 - Entzündungsreaktion geringgradig erhöhte Entzündungsreaktion
  • Grad 4 - sehr starke (unkontrollierte) Überentzündungsreaktion


Beispiel für eine Untersuchung des Entzündungsgrades.
Eine genetische Entzündungsneigung muss nur 1x im Leben bestimmt werden, da genetische Faktoren sich im Leben nicht verändern. Der Test kostet ca. 130,- EUR. In einigen Fällen kann zusätzlich die Entzündungsmodulation bestimmt werden (zzgl. ca. 145,- EUR).

Der Entzündungsgrad ist für alle Entzündungsherde im Körper von Bedeutung. Als Entzündungsreize können Viren, Bakterien und Pilze, aber auch alle anderen Fremdmaterialien vor allem in der Mundhöhle (Füllungsmaterialien, Zahnersatzmaterial, wurzelgefüllte Zähne etc.) sein. Patienten mit genetisch bedingter „überschießender“ Entzündungsantwort neigen bei allen Reizen zu häufigeren und heftigeren Reaktionen. Dadurch besteht die Gefahr einer „chronischen Entzündung“.

Fazit:
Bei einer Parodontitis sind die Bakterien in dem Zahnbelag zwar die Auslöser der Entzündung, das eigentlich Problem ist aber die übersteigerte Entzündungsantwort des Patienten.


Bei Patienten mit einer Parodontitis und einer erhöhten genetisch bedingten Entzündungsantwort muss
sehr umfassend therapiert werden:

  • 1 - Alle Zahnmaterialien müssen auf Verträglichkeit untersucht werden.
  • 2 - Alle toxischen Zahnmaterialien (Amalgam) müssen entfernt werden.
  • 3 - Alle wurzelgefüllten Zähne sollten konsequent entfernt werden.
  • 4 - Die Patienten müssen alle 2-3 Monate zur professionellen Zahnreinigung.
  • 5 - Es muss eine konsequente antientzündliche Therapie mit pflanzlichen Naturstoffen als Dauertherapie eingeleitet werden. Wir empfehlen kinesiologische Tests, um herauszufinden welche Präparate bei Ihnen individuell eine gute Wirkung haben.
  • 6 - Unbedingt muss eine Darmsanierung und Versorgung mit Probiotika erfolgen.

 


Laden Sie sich hier das PDF zum Thema "Zusammenspiel Zahnarzt Heilpraktiker"herunter: