Was Sie über Implantate wissen sollten

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln die in den Kieferknochen eingesetzt werden, um fehlende Zähne zu ersetzen. Auf ihnen werden Kronen, Brücken oder Verbindungsteile für herausnehmbaren Zahnersatz befestigt. Danach erfüllen Sie die gleiche Funktion wie natürliche Zähne.

Implantate werden weltweit seit über 40 Jahren gesetzt und sind eine bewährte und medizinisch anerkannte Behandlungsmethode.

Wie sind Implantate aufgebaut?

Die meisten der heute verwendeten Implantate haben die Form einer Schraube. Die üblichen Durchmesser liegen bei 3 - 5mm und die Längen zwischen 8 und 16mm. Man unterscheidet einteilige und zweiteilige Implantate.

Die einteiligen Implantate bestehen aus einem Stück. Sie werden mit ihrem unteren Teil in den Knochen eingeschraubt. Der obere Teil, der später den Zahnersatz trägt, ragt von Beginn an aus dem Zahnfleisch heraus. Zweiteilige Implantate können unter dem Zahnfleisch einheilen. Nach der Einheilphase werden sie freigelegt. Sie besitzen eine Innenöffnung. In diese wird der Aufbau für die Krone eingeschraubt bzw. eingeklebt.

Bis zu welchem Alter sind Implantate möglich?

Implantate sind erst nach abgeschlossenem Knochenwachstum ab etwa 18 Jahren möglich. Nach oben gibt es keine Grenzen. Implantate können bis ins hohe Lebensalter gesetzt werden, wenn durch eine zahnärztliche Untersuchung eine ausreichend gute Knochenqualität nachgewiesen ist.

Wie lange dauert die Implantation?

Das hängt davon ab, wie viele Implantate gesetzt werden und welches Implantatsystem verwendet wird. Normalerweise kann man für ein Implantat einschließlich Vorbereitung und anschließender Wundversorgung mit etwa einer Stunde rechnen. Bei mehreren Implantaten in einer Sitzung kommen pro Implantat ca. 15 Minuten dazu.

Wie lange dauert die Einheilzeit?

Es gibt sofort belastbare Implantate, auf denen direkt nach dem Einschrauben Kronen, Brücken oder herausnehmbarer Zahnersatz befestigt werden können. Allerdings ist das nur bei sehr guter Knochenqualität möglich.

Generell gilt: Je früher die Belastung, desto größer das Risiko des Implantatverlustes. Bei den meisten Implantaten werden im Unterkiefer ca. 2 - 3 Monate und im Oberkiefer 3 - 4 Monate abgewartet. Im Oberkiefer dauert die Einheilphase deshalb länger, weil der Knochen weniger kompakt ist.

Diese Zeit braucht der Kiefer, um an das Implantat anzuwachsen. Der Patient trägt so lange ein Provisorium, um die Zahnlücke zu verdecken und um das Implantat zu schützen.

Wie lange halten Implantate?

Grundsätzlich können Implantate ein Leben lang halten - wenn sie gut gepflegt und regelmäßig vom Zahnarzt kontrolliert werden. Es gibt viele Patienten, die schon seit 30 Jahren und länger ihre Implantate haben. Die Erfolgsquote von Implantaten über einen Zehnjahreszeitraum liegt heute bei etwa 88 - 97 %.

Zum Vergleich:
Normale Brücken haben eine Erfolgsquote von ca. 80 %, Kronen auf eigenen Zähnen von ca. 75 % und wurzelbehandelte Zähne von nur ca. 50 %.

Quelle:
Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). Stand 4/00